Gemeinde Bildein
das Dorf ohne Grenzen

grenzerfahrungsweg
Station »Schützen- und Panzergraben«
grenzerfahrungsweg
Station »Bunker«
grenzerfahrungsweg
Station »Steg über die Pinke«
grenzerfahrungsweg
Station »Die schwimmende Brücke«
grenzerfahrungsweg
Station »Spiel ohne Grenzen«
 

Ausgewählte Stationen

Das Labyrinth / Der Bunker / Schützen- und Panzergraben / Meditieren über dem Wasser / Das Bundesheer / Der Steg über die Pinka / Turm / Eiserner Vorhang / Die schwimmende Brücke / Spiel ohne Grenzen

Das Labyrinth

Das Labyrinth befindet sich gegenüber dem Friedhof und bezieht sich inhaltlich auf die elementare Grenzerfahrung Leben und Tod.
Der Gang durch das Labyrinth kann zu einer Meditation genutzt werden. Für Kinder ist das Labyrinth ein Spielplatz, der zu Bewegung, zum Abfangen, zum Verstecken anregt.
Schon das Labyrinth an sich symbolisiert den Weg des Lebens hin zu einem Ziel. Im Zentrum des Labyrinths laden fünf Sitzplätze zum Verweilen ein. In der Nähe laden zusätzliche literarische und philosophische Textpassagen, auch solche, die den Tod als Grenzerfahrung thematisieren zum Nachdenken und Meditieren ein.

Der Gang durch das Labyrinth kann also zu einer Meditation über Leben und Tod genutzt werden. Die Wände des Labyrinths bestehen aus Holzstangen, die an Stahlseilen hängend befestigt sind. Durch die Materialwahl entsteht ein spannendes Geflecht von Durchlässigkeit und Hermetik. Für Kinder ist das Labyrinth ein Spielplatz, der zu Bewegung, zum Abfangen zum Verstecken animiert und Jugendliche mögen die Möglichkeit, sich ungesehen zu unterhalten.

Der Bunker

Eine in Beton gegossene Erinnerung an die Nazi-Zeit findet sich in Bildein in Form eines Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg. Er wurde für die Bewohnerinnen des RAD-Lagers (Reichsarbeitsdienst) errichtet. Der Bunker steht für eine Zeit der Ideologisierung der Grenzen, wie sie vor allem gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Zeit des »Kalten Krieges« stattfand.
Eines der geschichtlich markantesten Erlebnisse des südlichen Burgenlandes war der (militärisch sinnlose) Bau des Süd-Ost-Walles, der das Eindringen der Roten Armee auf »reichsdeutsches« Gebiet verhindern sollte.

Zu den Arbeiten, dem »Schanzen« waren viele Menschen aus dem Burgenland und der Steiermark zwangsverpflichtet worden. Es wurden aber auch Zwangsarbeiter und tausende ungarische Juden bei den Arbeiten eingesetzt, von denen viele unter den unmenschlichen Bedingungen starben. 100.000ende Menschen mussten mit einfachsten Mitteln ein Stellungssystem errichten, das – so die Propaganda – die Rote Armee aufhalten sollte. Der Süd-Ost-Wall Bau kostete unzählige Menschenleben. Im Zuge dieses letzten Kraftaktes des NS-Regimes kam es auch in unserer Gegend zu einer großen Zahl von Endkriegsverbrechen durch Wehrmacht, SS, Gestapo und anderen Verbänden an jüdischen Zwangsarbeitern und ausländischen Arbeitern.
Tausende Menschen — in erster Linie ungarische Juden — starben an den Folgen von schlechter Ernährung, mangelnder ärztlicher Versorgung und schlechter hygienischer Bedingungen. Unzählige wurden durch die Wachmannschaften brutal ermordet.
Versehen mit entsprechenden Informationen ist diese Station ein Mahnmal, das an die Opfer erinnert und auf die Sinnlosigkeit dieser verzweifelten Anstrengungen eines unmenschlichen Regimes verweist.

Im Bunker selbst wird eine Multimedia-Präsentation Besucherinnen in die Zeit der letzten Tage des Weltkrieges zurück versetzen und Einblicke in die Leiden der am Bau beteiligten Menschen gewähren.

Schützen- und Panzergraben

Der Bunker ist über eine lange Rampe erreichbar, die in ein Schützengrabensystem übergeht. Gemeinsam mit einem Stück Panzergraben wird die geplante Funktionsweise des Süd-Ost-Walls spürbar.
Grenze in einer ihrer brutalsten Form war der Bau des Süd-Ost-Walls. Dieser — militärisch wirkungslos — sollte vor allem Propaganda- und Signalwirkung haben. »Bis hier her – und nicht weiter« war die Botschaft.

Daran erinnert uns heute der — wegen Nachhaltigkeit — etwas moderner ausgestattete Schützengraben, mit professionellen Schützenstellungen.
Solche Laufgräben, vor allem durch den Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg bekannt, wurden an der österreichisch-ungarischen Grenze, also auch in Bildein, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von der ortsansässigen Bevölkerung, BewohnerInnen der angrenzenden Bezirke, Fremdarbeitern und zehntausenden ungarischen Juden in Zwangsarbeit ausgehoben.

Meditieren über dem Wasser

Vielleicht ist es die einförmige Bewegung, vielleicht sind es die leisen Fließgeräusche, auf jeden Fall erleichtert langsam fließendes Wasser das Meditieren. Mit einem einfachen Steg, der als Kragarm ausgeführt über das Wasser der Pinka ragt und leicht verständlichen Anleitungen schaffen wir einen einzigartigen Meditationsplatz, der dazu einlädt, sich auf die Reise ins Innere zu begeben.

Das Bundesheer

Das Österreichische Bundesheer hat seit vielen Jahren immer wieder bedeutende Aufgaben an der Grenze übernommen. Eine Station erinnert an diese Einsätze und informiert im Besonderen über die Assistenzeinsätze.

Der Steg über die Pinka

Diese formal sehr schöne Brücke für FußgängerInnen und RadfahrerInnen liegt hart an der österreichisch-ungarischen Grenze und verbindet die beiden Pinkaufer. Sie hat etwa 34 m Spannweite. Ein Glasgeländer greift hier das Thema Grenze auf und tatsächlich ist es ein ganz besonderes Gefühl hier die Pinka langsam vorbei fließen zu sehen.
Auf dem linken und auf dem rechten Ufer der Pinka führt jeweils ein Weg von Bildein bis genau an die Grenze. Dieser Steg verbindet die beiden Wege. Durch ihn kann man den Grenzerfahrungsweg als Rundweg entlangflanieren.
Hier, genau an der Staatsgrenze, erhalten die Besucher Informationen über die Grenzziehung in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

Turm

Markantestes Element des Weges ist sicherlich der Beobachtungsturm der ehemaligen Ungarischen Grenzwache. Die filigrane und dennoch unübersehbare Konstruktion erinnert an die Zeit des Kalten Krieges.

Eiserner Vorhang

Oft wird der Begriff des Eisernen Vorhanges verwendet. Er steht stellvertretend für eine hermetische, massiv kontrollierte Grenze. Aber wie genau hat dieser »Vorhang«, diese Grenzschutzanlage ausgesehen, wie hat sie funktioniert, was haben Grenzsoldaten dort gemacht und wie wurde versucht, die Grenze zu überwinden?
Anhand einer Rekonstruktion in Originalgröße werden diese und weitere Fragen beantwortet.

Die schwimmende Brücke

Direkt neben dem Kletternetz findet man eine Pontonbrücke. Eigentlich ein Zwischending zwischen Boot und Brücke, ermöglicht sie fast ein Gefühl wie »auf dem Wasser zu gehen«. Für viele Menschen erfordert es sicher Überwindung, sich auf eine solche Konstruktion zu begeben. Und besonders interessant wird es in der Mitte der Brücke – dort liegt nämlich ein Netz auf dem Wasser und fordert dazu auf, diese Stelle zu passieren. Über dem Wasser wurde ein Beobachtungsnetz installiert, die es Kleinen und großen Forscherinnen ermöglichen, das Tier- und Pflanzenleben an der Wasseroberfläche zu studieren.

Spiel ohne Grenzen

An dieser Station können Kinder und Erwachsene — ohne sich zu gefährden, ihre jeweiligen körperlichen Grenzen ausloten. Es kostet vor allem den Erwachsenen schon Überwindung, durch den Netztunnel auf die Plattform zu klettern. Dort aber kann man umgeben vom Grün der Bäume, die Seele baumeln lassen, entspannen und mit den Kindern über »Gott und die Welt« philosophieren. In der Nähe werden bequeme kommunikative Sitzgelegenheiten für jene eingerichtet, die sich nicht überwinden wollen oder können.

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