Der Vitus ist einer von der alten Winzergarde: Hände, die es verstehen zuzupacken, ein sonnengegerbtes Gesicht und gute Laune im Herzen. Früher war der Virus auch Landwirt, jetzt ist er »nur mehr« Winzer. Weil man bekanntlich nie auslernt, hat der Virus mit 66 Jahren die Prüfung zum Weinbaufacharbeiter abgelegt. Dieses theoretische Wissen und die jahrelange Erfahrung gibt er in der Praxis an die nächste Generation seiner Familie weiter.
Apropos Familie: wenn der Virus seinen Buschenschank aufsperrt, dann greifen alle zusammen, wie es in einer Großfamilie eben so üblich ist.
Dabei ist die Küche fest in Frauenhand und kredenzt werden nur di ebensten Tropfen wie Blaufränkisch (auch Barrique), Zweigelt, Welschriesling, Weißburgunder und Rivaner.
50 Personen fasst die gute Stube und noch einmal soviel können es sich im schattigen Garten gemütlich machen.
Manchmal erinnert sich der Virus an die gute alte Zeit. In den 50er-Jahren hat’s zum Glaser Wein grad mal ein Schmalzbrot und ein Stück Speck gegeben, und der Stromanschluss wurde in den 60er-Jahren gefeiert.
Auch wenn heutzutage viele Maschinen die Arbeit erleichtern, so ist der Weinbau im wesentlichen immer noch Handarbeit, der die ganze Familie erfordert: Laubarbeit, Ausdünnen, Rebstöcke zuschneiden und nicht zuletzt das Ernten der Trauben. Und weil viele Weinfreunde dese ehrliche Arbeit zu schätzen wissen, ist der Vitus mit seinem Buschenschank längst zur Institution am Radlingberg geworden.
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